Geschichte des Montagsforums

Nein, wir haben das Montagsforum nicht erfunden, aber wir sind uns ziemlich sicher, dass wir das einzige Montagforum in der Schweiz sind. Das Publikum schätzt den öffentlichen Vortragszyklus, der regelmässig am Montagmorgen von 9.30 Uhr bis 11.30 Uhr stattfindet, auch weil man sich vormittags in der Regel fitter fühlt als am Abend.

HSG-Professor Elgar Fleisch brachte die Idee des Forums 2013 über die Grenze aus Österreich nach St.Gallen. Er folgte einer Einladung als Referent ins Montagsforum Dornbirn und war beeindruckt. Dort lauschten damals und lauschen bis heute 750 Personen montagsmorgens den Vorträgen. Das österreichische Pendant existiert seit 2008 gegründet von Heinz Bertolini. Elgar Fleisch traf in der Weiterbildungskommission der Universität regelmässig auf Franz Jaeger, der als emeritierter Professor sich weiterhin stark in der Weiterbildung engagierte. Elgar Fleisch machte Franz Jaeger das Format des Montagsforums für St. Gallen schmackhaft. Schmunzelnd fügte er hinzu, dass er selbst so ein Forum besuchen möchte, wenn er emeritiert sei. Franz Jaeger brachte die Idee gleich in sein Team ein, wozu damals Lis Meister und Carolin Güssow gehörten. Sie zeigten sich begeistert und alle waren sofort überzeugt davon, dass Eva Nietlispach unbedingt ins Boot geholt werden müsse, auch weil eine professionelle Moderation der Foren wichtig ist. Elgar Fleisch fragte sie an, überzeugte sie. Ergänzt wurde das Gründungsteam durch Birgit Brida, damalige Geschäftsführerin des Montagsforums Dornbirn und Friederike Rieder, damalige Leiterin Marketing des Weiterbildungsinstituts der HSG.

Die Gründung erfolgte am 19. August 2013 und der erste Zyklus startete im Februar 2014. Das Thema lautete „Leben in veränderten Gesellschaften einer globalisierten Welt – auf der Suche nach Sinn, Orientierung und einem künftigen Weg“ (hier findet sich das erste Programm). Mit der Zeit wurden die Titel etwas kürzer: Ewig leben oder lieber gesund sterben, Generationenverantwortung, Liebe, Innovation, Kunst und Architektur, Macht, Gedächtnis – Erinnern – Vergessen, Mobilität und schliesslich im Frühjahr 2024 Familie. Folgende Fotos stammen alle aus der ersten Veranstaltung mit Prof. em. Dr. Gottfried Schatz und Prof. em. Dr. Gustav A. Tammann zum Thema «Die Welt des ganz Grossen und ganz Kleinen».

Am Anfang kauften wir Lizenz und Expertise beim Montagsforum Dornbirn ein, was wichtig für den Erfolg des Forums war. Die formale Kooperation lief sukzessive bis Ende 2019 aus. Wir sind aber bis heute verbunden, auch mit dem Montagsforum in Ravensburg, das nach dem St.Galler Forum gegründet wurde. Mit der Ablösung vom Montagsforum in Dornbirn bekam die Webseite des Montagsforums unter der professionellen Leitung der Agentur Alltag ein neues Gesicht. Zu diesen Neuanstrich gehörten auch das Logo und die Drucksachen. Im Slider findet sich das alte und neue Logo. Das neue Logo ist eine Verschmelzung des Ms mit einer Drei. Die Drei steht für die dritte Lebensphase, nach Kindheit/Jugend und Erwerbsleben. Die grosse Mehrheit aller Besucher:innen des Forums stammen aus dieser dritten Lebensphase.

Das Montagsforum St.Gallen startete mit 60 Abonnent:innen und ca. 40 Einzelbesucher:innen. Heute (2023) werden ca. 120 Abonnements und bis zu 90 Einzeleintritte pro Veranstaltung verkauft. Hinzu kommen die Online-Zuhörenden (bis zu 50). Insgesamt hat sich somit die Hörer:innenzahl mit der Zeit verdoppelt.

Für den Erfolg und die Pionierarbeit in St.Gallen sind personell das Gründungsteam und allen voran Eva Nietlispach und Franz Jaeger verantwortlich. Sie führten nicht nur professionell und verlässlich (bis Mitte 2020) durch alle Veranstaltungen und waren das Gesicht des Montagsforums, sondern sie aktivierten ihr Netzwerk und warben darin erfolgreich. Viele Referierende und auch Vorstandsmitglieder kamen auf ihre Anfrage hin ins Forum oder unterstützten es. Von den Beiträgen der ersten Sponsoren, die sie gewannen (Raffeisenbank 2020 und Regula und Fredy Lienhard mit Lista bis 2021) zehren wir noch heute. Insbesondere Regula Lienhard konnten die beiden für den Vorstand gewinnen. Auf ihre Initiative entstand z.B. der neue Webauftritt und das Konzept der Gönnerschaften.

Ende 2020 stand das Montagsforum auf soliden Füssen. Mit grossem Bedauern verliessen Eva Nietlispach, Franz Jaeger und Regula Lienhard den Vorstand, nicht ohne das heutige Team zusammenzustellen, allen voran mit Yvette Sánchez als neuer Präsidentin und weiterhin mit Carolin Güssow als Geschäftsführerin, institutionellem Gedächtnis und einzige aus dem Gründungsteam, die bis heute dabei ist.